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Die kombinierte Immobilien-Vermögenssteuer in Griechenland

Bis zum Jahre 2007 wurden Immobilien mit besonders hohem Wert durch eine gleichnamige, spezielle Steuer besteuert. Dabei galt, dass diese erst dann erhoben wurde, wenn der Gesamtwert der Immobilien eine bestimmte Wertgrenze überschritt. Lag das unbewegliche Vermögen unter dieser Wertgrenze, wurde keine weitere steuerliche Belastung auferlegt.
In den Jahren 2008 und 2009 wurde diese spezielle Regelung aufgehoben und statt der Steuer für Immobilien „besonders hohen Wertes“ eine einheitliche Grundeigentums-Gebühr erhoben (ETAK). Hauptunterschied zwischen der Steuer für Immobilien „besonders hohen Wertes“ und der ETAK bestand darin, dass die ETAK für alle Immobilien außer der des ersten Wohnsitzes erhoben wurde.

Im Rahmen der vorstehenden Reformen des griechischen Rechtssystems für das Jahr 2010 wurde die ETAK von der Vermögenssteuer ersetzt. Im 2010 ist ferner die Sondersteuer für elektrifizierte Fläche, die zusammen mit den Stromrechnungen in Rechnung gestellt war. Die Vermögenssteuer und die Sondersteuer sind dann bis zum Jahr 2013 gegolten, und ab den 1.1.2014, sind diese beiden zu einer einheitlichen Immobilienvermögensteuer verbunden worden.

Die Immobilienvermögenssteuer wird auf jede Immobilie separat berechnet. Besteuerungssubjekte sind folgende Personengruppen: Volleigentümer, Eigentümer dessen Immobilie mit einem Nießbrauch belastet ist, der Nießbrauchberechtigte und derjenige, zu dessen Gunsten ein Wohnrecht besteht. Ferner betrifft die Steuer auch Personen, die auf Grund eines schuldrechtlichen Vertrags einen Anspruch zur ausschließlichen Nutzung von Parkplätzen, Nebenräumen und Schwimmbädern, nebst Kellerräumen oder sonstigen Nebeneinrichtungen haben, oder sich in Eingangsbereichen, Dachgeschossen oder freistehenden Räumen befinden.

Die Steuersubjekte werden unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, ihrem Sitz oder Wohnsitz, jeweils zum ersten Januar des zu besteuernden Jahres mit dieser Steuer für das sich in Griechenland befindende Vermögen belastet. Bei der Besteuerung werden eventuelle Änderungen bei den Eigentumsverhältnissen, welche in selbigem Jahr eventuell vorgenommen werden, nicht berücksichtigt.

Zu besteuernde Personen sind:

Maßgeblich für die Berechnung der Steuer ist der Wert der Immobilien bzw. der Wert der darauf beruhenden dinglichen Ansprüche zum Stichtag am 1. Januar des zu besteuernden Jahres.

Der Wert des Nießbrauches durch eine natürliche Person wird anteilig zum Gesamtwert der Immobilien berechnet. Je nach Alter des Nießbrauchberechtigten gilt dabei folgendes:

Der Wert des Nießbrauches liegt bei:

– 8/10 (des kompletten Wertes der Immobilie) bis zum 20. Lebensjahr

– 7/10 bis zum 30. Lebensjahr

– 6/10 bis zum 40. Lebensjahr

– 5/10 bis zum 50. Lebensjahr

– 4/10 bis zum 60. Lebensjahr

– 3/10 bis zum 70. Lebensjahr

– 2/10 bis zum 80. Lebensjahr

– 1/10 ab dem 81. Lebensjahr

Handelt es sich beim Nießbrauchberechtigten um eine juristische Person so werden 8/10 des Gesamtwertes der Immobilie als Rechnungsgrundlage verwendet. Die Steuer auf den Restwert nach Abzug des Wertes des Nießbrauchrechts ist vom Eigentümer zu entrichten. Der Wert des Wohnrechts wird analog dem Nießbrauchrecht berechnet. In diesem Fall wird der Restwert für den Eigentümer auf gleicher Weise ermittelt.

Die Immobiliensteuer wird separat für jede Immobilie berechnet, und ergibt sich mit der Multiplikation der folgenden Koeffizienten:

a) die Grundsteuer, auf der Grundlage der Einheitswerte, nach der folgenden Tabelle. Sollte eine Immobilie sich in einer Ortschaft befinden, für die kein Einheitswert festgelegt worden ist, dann wird die Steuer auf der Grundlage des Niedrigsten Wertes für die jeweilige Stadt berechnet.

Basiseinheitswert in € pro qm2SteuergruppeBasissteuer in Euro pro qm2
0-50012,0
501-75022,8
751-1.00032,9
1.001-1.50043,7
1.501-2.00054,5
2.001-2.50066,0
2.501-3.00077,6
3.001-3.50089,2
3.501-4.00099,5
4.001-4.5001011,10
4.501-5.0001111,30
5.000+1213,0

 

b) Koeffizient über den Alter der Immobilie (je nach Baugenehmigung) nach der folgenden Tabelle

AlterMultiplikator
Über 26 Jahre1,00
20 bis 25 JAhre1,05
15 bis 19 Jahre1,10
10 bis 14 Jahre1,15
5 bis 9 Jahre1,20
Bis 4 Jahre1,25

 

c) Für größere Immobilien, wird ein Koeffizient zur Reduzierung von Oberflächen vorgesehen, je nach der folgenden Tabelle

OberflächeReduzierungs-Koeffizient
0-5001,00
500,01-1.500,80
1.500,01-3.0000,75
3.000,01-5.0000,65
5.000,01-10.0000,55
10.000,01-25.0000,45
25.000,01-50.0000,35
Über 50.000,010,25

 

d) Stockkoeffizient, je nach dem Stock der Immobilie

StockStockkoeffizient
Untergeschoss0,98
Erdgeschoss und 1. Stock1,00
2. und 3. Stock1,01
4. und 5. Stock1,02
6. Stock und über1,03

 

e) Fassadenkoeffizient, der sich auf 1 für keine Fassade, 1,02 mit einer Fassade und 1,03 für Immobilien mit 2 oder mehreren Fassaden beläuft.

f) Hilfsräume wie z.B. Lager werden mit einer Koeffizient von 0,1 berechnet.

g) Bei nicht fertiggebauten Immobilien wird eine Koeffizient von 0,4 berechnet.
Bezüglich der Grundstücke die sich innerhalb des Stadtbebauungsplans befinden wird die Immobiliensteuer nach den folgenden Regeln berechnet

Einheitswert in € pro qm2SteuergruppeBasissteuer in Euro pro qm2
0,01 – 2,00010,003
2,01 – 4,00020,006
4,01 – 6,00030,010
6,01 – 10,00040,015
10,01 – 14,00050,023
14,01 – 20,00060,030
20,01 – 50,00070,060
50,01 – 75,00080,120
75,01 – 100,00090,150
100,01 – 150,00100,200
150,01 – 200,00110,300
200,01 – 300,00120,450
300,01 – 400,00130,600
400,01 – 500,00140,800
500,01 – 600,00151,000
600,01 – 700,00161,300
700,01 – 800,00171,500
800,01 – 900,00181,700
900,01 – 1.000,00191,900
1.000,01 – 1.500,00202,500
1.500,01 – 2.000,00213,000
2.000,01 – 3.000,00224,000
3.000,01 – 4.000,00236,000
4.000,01 – 5.000,00247,500
5.000,01+259,000

 

Der Einzelwert pro qm2 ergibt sich aus dem steuerbaren Wert durch die gesamte Fläche. Der steuerbare Wert wird nach den Regeln der Berechnung der Einheitswerte berechnet, und zwar nach dem Grundstücksfaktor, Gesamtfaktor des Grundstückspreises und Nutzungsfaktor, sowie nach dem Fassadenkoeffizient (Fassade an eine Straße bzw. Platz), der sich auf 0,80 für keine Fassade, 1,00 mit einer Fassade und 1,02 für Grundstücke mit 2 oder mehreren Fassaden beläuft.

Bezüglich der Grundstücke die sich ausserhalb des Stadtbebauungsplans befinden wird die Immobiliensteuer nach den folgenden Regeln berechnet.

Die Basissteuer beläuft sich auf 0,001 € pro qm2 (1 € pro 1.000 qm2) und der somit ergebende Steuerbetrag wird mit den folgenden Koeffizienten multipliziert.

a) Ortskoeffizient

Anfangsbasiswert (€/qm2)Ortskoeffizient
0,1 – 0,491,0
0,5 – 0,991,1
1 – 1,991,2
2 – 2,991,3
3 – 4,991,5
5 – 6,991,7
7 – 9,992,0
10 – 14,992,3
15 – 19,992,5
20 +3,0

 

b) Nutzungskoeffizient wie folgt

Nutzung des GrundstücksNutzungskoeffizient
Wald oder Waldgebiet0,1
Weidegebiete /nichtnutzbareFlächen0,5
Einjährige Kulturen oder Baumschulen / Regeneration von Agrarflächen2,0
Minen – Steinbrüche5,0
Ausstellungen im Freien / KFZ Parkflächen und Flächen die der Unterhaltung dienen8,0

 

c) Bewässerungskoeffizient von 1,1

d) Enteignungskoeffizient von 0,75

e) Wohnungskoeffizient von 5, sofern ein Haus innerhalb des Grundstücks existiert. Ferner wird eine zusätzliche Immobiliensteuer für jede Person je nach dem Wert des gesamten Immobilienvermögens dieser Person berechnet, mit Ausnahme der Stabebauungsplan befindlichen Immobilien. Diese zusätzlich Steuer wird nach der folgenden Tabelle berechnet

Steuerskala in €Koeffizient
0,01 – 300.0000,0%
300.000,01 – 400.0000,1%
400.000,01 – 500.0000,2%
500.000,01 – 600.0000,3%
600.000,01 – 700.0000,6%
700.000,01 – 800.0000,7%
800.000,01 – 900.0000,8%
900.000,01 – 1.000.0000,9%
Darüber hinaus1,0%

 

(Stand: Juli 2014. Alle Angaben erfolgen unter Vorbehalt und ohne Gewähr.)