Weblog KPAG Kosmidis & Partner – die deutschsprachige Anwaltskanzlei in Griechenland

Griechenland setzt auf Energie und Tourismus

Publiziert am 10.Mai.2012 von Aris Kapsalis

Sind Europa und Griechenland ein „Fass ohne Boden“? Beim 62. Kreisparteitag der CDU in Hemmingen stand die europäische Finanzkrise im Mittelpunkt.

Der Gast war extra aus Thessaloniki eingeflogen worden und warb vehement um Verständnis für Griechenland. Denn Rechtsanwalt Aris Kapsalis, der nahe Hannover geboren wurde und aufwuchs, ist fest davon überzeugt, dass sein Heimatland dank gewaltiger eigener Anstrengungen und finanzieller Unterstützung Europas den Weg aus der Krise schaffen kann. Reformen und gesellschaftlicher Wandel seien eingeleitet, die Griechen guten Willens – und die Parlamentswahlen kommende Woche würden dies bestätigen.

Eine Diskussion zu einem brisanten politischen Thema bedeutete für den Kreisparteitag ein Novum. Der Kreisvorstand hatte dazu neben Kapsalis auch noch den früheren baden-württembergischen Finanzminister Gerhard Stratthaus eingeladen, der jetzt zum dreiköpfigen Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds „Soffin“ gehört. Dritter im Bund der Fachleute, die sich den Fragen von Moderatorin Isabell Kling (Freiberg) stellten, war der Europaabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Rainer Wieland.

Reformleistungen von Griechenland eingefordert

Es ging um die Kernfrage, ob die Rettungsschirme berechtigt sind und tatsächlich zur Besserung der Lage in Griechenland führen. Für Rainer Wieland ist das keine Frage. „Wir brauchen nur Zeit und einen guten Mix an Maßnahmen„, sagte er und warnte gleichzeitig vor einem Dominoeffekt, falls man den Griechen nicht weiter helfen werde. Aber er forderte Griechenland auch Reformleistungen ab.

Auch Gerhard Stratthaus sprach sich für die Unterstützung von Griechenland aus. Schließlich sei die Krise nicht zuletzt dem Umstand zu verdanken, dass die Euro-Zone 17 Staaten mit einer gemeinsamen Währung, jedoch ganz unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen umfasse. Für die schwächeren Staaten sei es deshalb nicht möglich, ihre Überschuldung durch die Abwertung ihrer Währung zu kompensieren, wie etwa die ebenfalls hoch verschuldeten USA oder die Japaner es könnten. Die notwendigen Schritte zur Behebung der griechischen Krise fasste er so zusammen: „Zahlungsfähigkeit der Banken wiederherstellen, die öffentlichen Haushalte in Ordnung bringen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Wir haben keine Industrie wie die nordeuropäischen Staaten„, erklärte Aris Kapsalis. Dennoch sieht er Potenziale, die der Stärkung der griechischen Wirtschaftskraft dienen könnten. Vor allem durch Investitionen in erneuerbare Energie und den Tourismus. Aber neben den Bemühungen um attraktive Wirtschaftszweige müsse sein Land weiter sparen und den Verwaltungsapparat ausdünnen, stellte er fest. Vor allem aber müssten auch die Monopole weiter aufgebrochen werden, um Wachstum zu schaffen. Und die reichen von den Anwaltskammern bis zu den Taxifahrern.



Wenn der Staat zahlungunsfähig wird

Publiziert am 15.Juni.2011 von Abraam Kosmidis

Wenn der Staat zahlungsunfähig wird: Definition und Häufigkeit des Staatsbankrotts; Ratingagenturen und ihr Einfluss auf die Bonität von Staaten.

Ein Staatsbankrott wird allgemein dann angenommen, wenn ein Staat (z. B. auf Grund seiner gesamtwirtschaftlichen Situation) nicht mehr in der Lage ist, seine Staatsschulden vollständig zu bedienen. Vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung eines Staatsbankrotts bzw. zur Haushaltskonsolidierung sind die Erhöhung der Staatseinnahmen und die Senkung der Staatsausgaben. Die Folgen des Staatsbankrotts sind in der Regel eine Banken-, Wirtschafts- und gegebenenfalls eine Währungskrise.

Die Gefahr eines Staatsbankrotts kann durch verschiedene Indikatoren gemessen werden. Die Bonität eines Staates wird allgemein durch ein Rating ausgedrückt, das die Meinung der Ratingagentur darstellt, ob der Staat seinen Zins- und Tilgungszahlungen nachkommt (siehe Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsbankrott ).

Dabei spielen die Ratingagenturen eine zwielichtige Rolle. Durch ihre Eigenschaft als gewinnorientierte Privatunternehmen verfolgen sie eigene wirtschaftliche Interessen, während sie über den Ratingmechanismus ganze Volkswirtschaften beeinflussen können. Hierdurch können sie schnell in einen Konflikt widerstreitender Interessen geraten. Der Ratingmechanismus gehört deshalb nicht in private Hände, sondern sollte durch entsprechende staatliche, am Besten europäische und internationale Institutionen ersetzt werden.
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