Weblog KPAG Kosmidis & Partner – die deutschsprachige Anwaltskanzlei in Griechenland

Erholung der griechischen Banken

Publiziert am 24.November.2013 von Abraam Kosmidis

Griechenland, Korfu

Ersten Medienberichten zufolge (Spiegel Online vom 07.10.2013, Handelsblatt vom 07.10.2013, Financial Times vom 07.10.2013) investieren US-amerikanische Hedgefonds aggressiv in griechische Banken, mithin halten Hedgefonds wie beispielsweise

  • Paulson & Co (des Milliardärs John Paulson),
  • Baupost,
  • Eaglevale,
  • Dromeus Capital,
  • Falcon Edge,
  • York Capital und Och-Ziff,
  • Wellington Capital Group und
  • Fidelity,

erhebliche Anteile an den größten Geldinstituten des Landes, der Piräus Bank und der Alpha Bank.

Grund dafür seien nach Aussage der Berichte eine gute Kapitalausstattung und ein gutes Management beider Banken.

Der Bankensektor habe aber auch insbesondere von der Erholung der griechischen Wirtschaft profitiert. Hierzu habe insbesondere Griechenlands „sehr wirtschaftsfreundliche Regierung“ beigetragen.

Vielmehr noch, das Engagement der Hedgefonds dränge wohl die griechische Regierung dazu, eine Reprivatisierung der Branche zu beschleunigen. Denn anders als in Spanien oder Irland, wo die Probleme im Bankensektor die Euro-Krise verstärkt haben, seien die griechischen Banken größtenteils Opfer von Missmanagement gewesen.



Griechenlands Wirtschaftskrise und die Lehren aus der Geschichte

Publiziert am 24.Mai.2012 von Abraam Kosmidis

In diesem Blog wurden in den letzten beiden Jahre zahlreiche Artikel zu den Ursachen und Auswirkungen der ursprünglichen Bankenkrise, der Griechenland und Eurokrise, sowie der globalen Finanzkrise verfasst.

Auch wurden die Ursachen zu den hausgemachten Problemen in Griechenland wiederholt dargelegt (Die Beseitigung der wahren Gründe der Krise in Griechenland – Chance für einen Neuanfang, Blogbeitrag vom 13.02.2010). Deshalb soll an dieser Stelle nur nochmals kurz erwähnt werden, dass die tiefgreifende Strukturkrise in Griechenland eines radikalen Kurswechsels und umfassender Strukturreformen bedarf. Hierzu zählen selbstverständlich die Privatisierung von staatlichen Unternehmen, Rationalisierung bzw. Schließung von unrentablen oder überflüssigen staatlichen Institutionen, Verkleinerung des Staatsapparates durch Freisetzung von Beamten, Anpassung der Löhne und Gehälter an die tatsächliche Produktivität des Landes und seinem Wachstum, Modernisierung der Verwaltung, Abbau der Staatsschulden und Erhöhung der Produktivität sind nur einige der wichtigsten Maßnahmen, welche einer unmittelbaren Umsetzung bedürfen und auch zum Teil schon umgesetzt wurde. (Siehe hierzu Blogbeitrag vom 01.07.2011 Neue Sparmaßnahmen in Griechenland und Blogbeitrag vom 12.09.2011 Griechenland-Krise als Neuanfang begreifen).

Dies ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite ist immer wieder zu betonen, dass die Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise in Griechenland nicht allein mit Spar- und Rationalisierungsmaßnahmen zu erzielen ist. Massenentlassungen, Lohn- und Rentenkürzungen, erheblichen Steuererhöhungen und der damit einhergehende Umsatzeinbruch des Einzelhandels führen letztendlich zu weiteren Entlassungen, Minderung der Steuereinnahmen, Umsatzeinbrüchen und Wirtschaftsschwund. Die Wirtschaft des Landes befindet sich deshalb in einer Abwärtsspirale und mittlerweile in einer tiefen Depression. Dies hat in Griechenland den steten Rückgang der Steuereinnahmen zur Folge, welche nach all diesen Maßnahmen nun noch niedriger sind, als vor ihrer Ergreifung. (Siehe hierzu auch Blogbeitrag vom 31.05.2011 Spart sich Griechenland in eine Depression?). Als zweites Standbein zur Sanierung der Finanzen des Landes sind deshalb neben dem Sparprogramm auch Investitionen zur Ankurbelung der Wirtschaft und für die Schaffung von Wirtschaftswachstum erforderlich. Auch hierzu wurde an dieser Stelle wiederholt ausgeführt. (Blogbeitrag vom 10.02.2012 Sparmaßnahmen und Finanzhilfe für Griechenland sind ohne Investitionen sinnlos)

Welche Lehren kann man also aus der Geschichte ziehen und daraus Erkenntnisse für die Bewältigung der Krise in Griechenland gewinnen? Die deutsche Geschichte bietet hierzu einige Ansatzpunkte. So ergeben sich z. B. Parallelen bei der Betrachtung der Zustände in der Weimarer Republik.
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